Rehmannia gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Zum Teil wird auch die früher üblich Zuordnung zu den Braunwurzgewächsen (Scrophulariaceae) oder eine Zuordnung zu den Sommerwurzgewächsen (Orobanchaceae) genannt.
Rehmanniawurzel (Rehmanniae radix) nach der Monographie im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) ist die Wurzelknolle von Rehmannia glutinosa*, ohne Wurzelknopf und Nebenwurzeln, getrocknet, mit einem Gehalt von mindestens 0,2 % Catalpol.
Rehmanniawurzel wird vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) unter dem Namen Dihuang oder vorbehandelt unter dem Namen Shu Dihuang verwendet.
* botanische Schreibweise: Rehmannia glutinosa (Gaertn.) DC. (Synonym: Rehmannia glutinosa (Gaertn.) Libosch. ex Fisch. & C.A.Mey.)
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehört Rehmanniawurzel zur Gruppe der Hitze klärenden und Xue kühlenden Arzneimittel. Der chinesische Name (Pinyin) für Rehmanniawurzel lautet Dihuang.
Aussprache von Dihuang (dì huáng):
TCM-Merkmale von Dihuang:
TCM-Wirkungen von Dihuang:
Kühlt Hitze, kühlt das Xue, nährt das Yin, fördert die Entstehung aktiver Säfte.
TCM-Anwendungsgebiete von Dihuang:
In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Rezepturen mit Dihuang unter anderem bei folgenden Krankheiten eingesetzt: Fieber aufgrund von Schwächezuständen, übermäßiger Durst, scharlachrote Zunge; blutiges Erbrechen, Nasenbluten; Verstopfung; Exanthem.
Vorbehandelte Rehmanniawurzel in der Traditionellen Chinesischen Medizin: „Shu dihuang“ (Rehmanniae radix praeparata), 熟地黄
Im Arzneibuch der Chinesischen Medizin wird neben der unpräparierten Form auch vorbehandelte Rehmanniawurzel aufgeführt: Rehmanniae radix praeparata (Shu dihuang, Shudihuang). Für die Herstellung von Shu dihuang sind zwei verschiedene Paozhi-Methoden beschrieben: Kochen nach Zusatz von Wein oder Garen durch Dampfbehandlung.
Die Aufbereitung verändert die TCM-Eigenschaften der Rehmanniawurzel. Vorbehandelte Rehmanniawurzel Shu dihuang gehört in der Traditionellen Chinesischen Medizin zur Gruppe der Xue tonisierenden Arzneimittel.
TCM-Merkmale von Shu dihuang:
TCM-Wirkungen von Shu dihuang:
Ergänzt das Xue, nährt das Yin, vergrößert das Struktivpotenzial Jing, ertüchtigt das Mark.
TCM-Anwendungsgebiete von Shu dihuang:
Die Anwendungsbiete von Shu dihuang in der Traditionellen Chinesischen Medizin umfassen unter anderem Schwächegefühl und Ziehen in Hüften und Knien, Erschöpfungsgefühl „Schwäche der Knochen“, Hitzewallungen, Nachtschweiß, übermäßiger Durst, Drehschwindel, Ohrensausen, vorzeitiges Ergrauen von Bart und Kopfhaaren, Samenverlust, Regelstörungen, heftiges Herzklopfen (Palpitationen).
In der japanischen Kampo-Medizin lautet der Name für Rehmanniawurzel jiô.
Die Anwendungsgebiete von jiô in der Kampo-Medizin umfassen Abwehrschwäche, Kehlkopfentzündung, Menstruationsstörungen, Schlaflosigkeit, Diabetes, Schwindel im Alter und Tinnitus.
Rehmanniawurzel ist in der Kampo-Medizin einer der Hauptstoffe zur Stärkung von Blut und Körperflüssigkeiten. Meistens wird die vorbehandelte Form, Rehmanniae radix praeparata, eingesetzt.
Weitere Heilpflanzen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)