Gelber Enzian

Gelber Enzian: Bittere Wurzel für Appetit und Verdauung

Gelber Enzian (Gentiana lutea)

Enzian gehört zur Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).

Wofür wir Enzianwurzel verwendet?

Anwendungsgebiete von Enzianwurzel sind nach HMPC vorübergehende Appetitlosigkeit und leichte Magen-Darm-Störungen/dyspeptische Beschwerden.

Die DEGAM-/DGHNO-KHC-Leitlinie „Rhinosinusitis“ von 2017 nennt einen bestimmten Mischextrakt der unter anderem Gelben Enzian enthält, als mögliche pflanzliche Behandlung der akuten Rhinosinusitis. Für eine Aussage zum Einsatz bei chronischer oder rezidivierender (wiederkehrende) Rhinosinusitis wird die Datenlage als nicht ausreichend angesehen. Rhinosinusitis ist eine entzündliche Erkrankung im Bereich der Nasennebenhöhlen.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht eine medizinische oder pharmazeutische Beratung. Sie dienen nicht der Selbstmedikation. Anwendungsgebiete, Wirkungen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind hier nicht vollständig beschrieben. Für die geeignete Anwendung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei pflanzlichen Arzneimitteln lesen Sie die Packungsbeilage.

Tee aus Enzianwurzel zubereiten

Knapp 1/2 Teelöffel Enzianwurzel (ca. 1  g) mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergießen, nach ca. 10 bis 15 Minuten abgießen. Diesen Tee 2 bis 4 mal täglich trinken. Zeitpunkt je nach Anwendungsgebiet: Zur Appetitanregung ca. 30 Minuten vor den Mahlzeiten trinken, bei Verdauungsbeschwerden nach den Mahlzeiten trinken.

Enzianwurzel im Arzneibuch: Gentianae radix

Enzianwurzel (Gentianae radix) nach der Monographie im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) sind die unterirdischen Organe von Gentiana lutea*, getrocknet, zerkleinert. Geschmack: Enzianwurzel schmeckt anhaltend stark bitter.

Enziantinktur (Gentianae tinctura) nach dem Europäischen Arzneibuch ist die Tinktur aus Enzianwurzel (Gentianae radix). Aussehen: Enziantinktur ist eine Flüssigkeit mit gelblich brauner oder rötlich brauner Farbe. Geschmack: Enziantinktur schmeckt stark bitter.

* botanische Schreibweise: Gentiana lutea L.

Historische Grafik von Gelbem Enzian

Gelber Enzian, Gentiana lutea, historische Grafik

Quellen

  1. Braun, R., & Zapf, T. (2019). Standardzulassungen und Standardregistrierungen für Fertigarzneimittel – Text und Kommentar (Gesamtwerk mit 19. Aktualisierungslieferung, 2019). Stuttgart: Deutscher Apotheker Verlag.
  2. Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO-KHC) Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) (2017). Rhinosinusitis – S2k-Leitlinie. AWMF-Register-Nr. 017/049 und 053-012. Abgerufen 10/2019 von https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/053-012.html.
  3. Europäisches Arzneibuch (Ph.Eur.) 10. Ausgabe (Grundwerk 2020), Amtliche deutsche Ausgabe. Deutscher Apotheker Verlag.
  4. European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) (20.11.2018): EMA/HMPC/607861/2017. European Union herbal monograph on Gentiana lutea L., radix. Abgerufen 06/2019 von https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/gentianae-radix.