Pfingstrose

Pfingstrose: TCM-Wurzel Baishao 白芍 und Chishao 赤芍

Chinesische Päonie (Paeonia lactiflora)

Veitchs Päonie (Paeonia veitchii)

Pfingstrose wird vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwendet.

Pfingstrose gehört zur Familie der Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae).

Weiße und Rote Pfingstrosenwurzel im Arzneibuch: Paeoniae radix alba/rubra

Weiße Pfingstrosenwurzel (Paeoniae radix alba) nach der Monographie im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) ist die Wurzel von Paeonia lactiflora*, ohne Rhizom und Nebenwurzeln, mit kochendem Wasser behandelt, geschält ganz oder zerkleinert, getrocknet, mit Gehalt von mindestens 1,6 % Paeoniflorin.

Weiße Pfingstrosenwurzel wird vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM): unter dem Namen Baishao verwendet.

Rote Pfingstrosenwurzel (Paeoniae radix rubra) nach der Monograhpie im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) ist die Wurzel von Paeonia lactiflora* und/oder Paenia veitchii*, ohne Rhizom und Nebenwurzeln, ganz oder zerkleinert, getrocknet, mit Gehalt von mindestens 1,8 % Paeoniflorin.

Rote Pfingstrosenwurzel wird vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM): unter dem Namen Chishao verwendet.

* botanische Schreibweise: Paeonia lactiflora Pall., Paeonia veitchii Lynch

Weiße Pfingstrosenwurzel in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM): Baishao 白芍

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehört Weiße Pfingstrosenwurzel zur Gruppe der Xue tonisierenden Arzneimittel. Der chinesischen Name (Pinyin) für Weiße Pfingstrosenwurzel lautet Baishao.

Aussprache von Baishao (bái sháo):

Für Baishao sind auch verschiedene Aufbereitungen nach traditionellen Paozhi-Methoden üblich. Dazu zählen vor allem das Rösten bei schwacher Hitze (Chao) sowie das Rösten mit Wein (Jiuzhi). Die entsprechenden Produkte heißen Chaobaishao (Chao baishao) bzw. Jiubaishao (Jiuzhi baishao).

TCM-Merkmale von Baishao

  • Temperaturverhalten: leicht kalt
    Geschmacksrichtung: bitter, sauer
    Funktionskreisbezug: Funktionskreise Leber (orbis hepaticus) und Milz (orbis lienalis).

TCM-Anwendungsgebiete von Baishao

Rezepturen mit Baishao bzw. mit seinen nach Paozhi-Methoden aufbereiteten Formen werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin unter anderem bei folgenden Krankheiten und Beschwerden eingesetzt: Schwindel, Kopfschmerzen, Krämpfe in den Gliedmaßen, Unterleibsschmerzen, Regelstörungen, Spontanschweiß, Nachtschweiß und Durchfall.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht eine medizinische oder pharmazeutische Beratung. Sie dienen nicht der Selbstmedikation. Anwendungsgebiete, Wirkungen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind hier nicht vollständig beschrieben. Für die geeignete Anwendung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei pflanzlichen Arzneimitteln lesen Sie die Packungsbeilage.

Rote Pfingstrosenwurzel in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM): Chishao 赤芍

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) lautet der chinesischen Name (Pinyin) für Rote Pfingstrosenwurzel Chishao.

Aussprache von Chishao (chì sháo):

TCM-Merkmale von Chishao

  • Temperaturverhalten: leicht kalt
    Geschmacksrichtung: bitter
    Funktionskreisbezug: Funktionskreis Leber (orbis hepaticus).

TCM-Anwendungsgebiete von Chishao

Rezepturen mit Chishao werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin unter anderem bei folgenden Krankheiten und Beschwerden eingesetzt: Infektiöse Erkrankungen mit Exanthem, Furunkel und Hautgeschwüre, Nasenbluten, rote geschwollene Augen, Menstruationsstörungen, Verdichtungen und Verhärtungen (concretiones et congelationes) und Unterleibsschmerzen, stumpfe Verletzungen.
Weiße Pfingstrosenwurzel in der Japanischen Kampo-Medizin: shakujaku

Weiße Pfingstrosenwurzel in der Japanischen Kampo-Medizin: shakujaku

In der Japanischen Kampo-Medizin lautet der Name für Weiße Pfingstrosenwurzel shakujaku.

Die Anwendungsgebiete von shakujaku in der Kampo-Medizin umfassen Schmerzen, Bauchschmerzen/Koliken, Menstruationsstörungen, Regelschmerzen, Krämpfe, Parästhesien.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht eine medizinische oder pharmazeutische Beratung. Sie dienen nicht der Selbstmedikation. Anwendungsgebiete, Wirkungen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind hier nicht vollständig beschrieben. Für die geeignete Anwendung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei pflanzlichen Arzneimitteln lesen Sie die Packungsbeilage.

Quellen

  1. Chinese Pharmacopoeia Commission, Institute of Medicinal Plant Development, Chinese Acadamy of Sciences. (2010). A Colored Identification Atlas of Chinese Materia Medica and Plants as specified in the Pharmacopoeia of the People’s Republic of China, Volume I + II. Peking (China): People’s Medical Publishing House.
  2. Eberhard, U. (2003). Leitfaden Kampo-Medizin – Japanische Phytotherapie. München: Elsevier GmbH.
  3. Europäisches Arzneibuch (Ph.Eur.) 11. Ausgabe (Grundwerk 2023), Amtliche deutsche Ausgabe. Deutscher Apotheker Verlag.
  4. Hu, C., Nögel, R., Hummelsberger, J., Engelhardt, U. (Hrsg.) (2018). Paozhi: Die Aufbereitung chinesischer Arzneimittel. Methoden und klinische Anwendung. Berlin, Heidelberg: Springer-Verlag.
  5. Leon, C. & Yu-Lin, L (2017). Chinese medicinal plants, herbal drugs and substitutes, an identification guide. Kew (Großbritannien): Kew Publishing, Royal Botanic Gardens.
  6. Martin, J. & Stöger, E. (2008). Praxisleitfaden TCM-Drogen. Stuttgart: Wissenschaftlich Verlagsgesellschaft.
  7. Stöger, E. A. (2019): Arzneibuch der Chinesischen Medizin. Monographien des Arzneibuches der Volksrepublik China 2005, 2010 und 2015. Gesamtwerk mit 17. Aktualisierungslieferung 2019. Stuttgart: Deutscher Apotheker Verlag.
  8. Yi, Z., Zhao, F. F., & Kummer, D. G. (2014). Chinesische Heilpflanzen. Kulmbach: ML Verlag.
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