Spitzwegerich

Spitzwegerich: Bei gereiztem Rachen mit trockenem Husten

Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Synonyme/einheimische Namen: Spitz-Wegerich

Der Spitzwegerich gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).

Wofür werden Spitzwegerichblätter verwendet?

Anwendungsgebiet von Spitzwegerich-Präparaten ist nach HMPC die Behandlung der Symptome von Reizungen der Mund- und Rachenschleimhaut und damit verbundenem trockenen Reizhusten.

Dafür können Spitzwegerichblätter entweder als Tee eingenommen werden. Oder es werden Extrakte oder Sirup von Spitzwegerichblättern oder Presssaft aus den frischen Spitzwegerichblättern eingenommen.

Neben der Einnahme ist auch die lokale Anwendug möglich: Dazu werden Tabletten oder Pastillen gelutscht, die pulverisiertenSpitzwegerichblättern oder einen Extrakt aus Spitzwegerichblättern enthalten.

Mit geeigneten Präparaten ist auch die Verwendung für Kinder in diesem Anwendungsgebiet möglich.

Ein weiteres mögliches Anwendungsgebiet sind entzündliche Veränderungen der Haut (Standardzulassung). Dafür werden Umschläge mit einem Kaltauszug von Spitzwegerichblättern angefertigt.

Tee aus Spitzwegerichblättern zubereiten

2 g zerkleinertes Spitzwegerichblätter mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 5 bis 15 Minuten ziehen lassen. Diesen Tee 2 bis 3 mal täglich trinken. Pro Tag wird Tee aus insgesamt 4 bis 6 g Spitzwegerichblättern getrunken.

Spitzwegerichblätter für Kinder verwenden

Kinder ab 3 Jahren können Sirup oder geeignete Extrakte aus Spitzewegerichblättern in angepasster Dosierung einnehmen. Kinder ab 4 Jahren können auch Presssaft aus Spitzwegerichblättern (DER 1:0,5-0,9) einnehmen. Dosis für Kinder von 4 bis 12 Jahren: 2 mal täglich je 5 ml Presssaft.

Spitzwegerichblätter im Arzneibuch: Plantaginis lanceolatae folium

Spitzwegerichblätter (Plantaginis lanceolatae folium) nach der Monographie im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) sind die Blätter und Blütenschäfte von Plantago lanceolata im weiteren Sinne*, ganz oder zerkleinert, getrocknet, mit einem Gehalt von mindestens 1,5 % ortho-Dihydroxyzimtsäure-Derivaten, berechnet als Acteosid.

* botanische Schreibweise hier: Plantago lanceolata L. s.l.

Historische Grafik von Spitzwegerich

Spitzwegerich, Plantago lanceolata, historische Grafik

Quellen

  1. Braun, R., & Zapf, T. (2019). Standardzulassungen und Standardregistrierungen für Fertigarzneimittel – Text und Kommentar (Gesamtwerk mit 19. Aktualisierungslieferung, 2019). Stuttgart: Deutscher Apotheker Verlag.
  2. Europäisches Arzneibuch (Ph.Eur.) 11. Ausgabe (Grundwerk 2023), Amtliche deutsche Ausgabe. Deutscher Apotheker Verlag.
  3. European Medicines Agency (EMA), Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) (28.01.2014): EMA/HMPC/437858/2010 Corr.. Community herbal monograph on Plantago lanceolata L., folium. Abgerufen 11/2019 von https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/plantaginis-lanceolatae-folium.