Aloe vera

Aloe vera: Trockenextrakt bei Verstopfung, Gel für die Haut

Aloe vera (Aloe barbadensis)

Aloe gehört zur Familie der Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae). Früher wurde Aloe zur Familie der Affodilgewächse (Asphodelaceae) oder zur Familie der Aloaceae gezählt. Die gibt es nicht mehr als Rangstufe einer Familie.

Wofür wird Aloe Vera verwendet?

Anwendungsgebiet von Aloe Vera-Trockenextrakt ist nach HMPC kurzzeitig bei gelegentlicher Verstopfung. Dafür wird ein Aloe-Trockenextrakt in Tabletten, Kapseln oder Lösung eingenommen, der auf einen bestimmten Gehalt an Hydroxyanthracen-Derivaten, berechnet als Aloin, eingestellt ist.

Aloe-vera-Gel wirkt antienzündlich, immunstimmulierend und wundheillungsfördernd. Es wird in Kosmetik und Körperpflege in vielen verschiedenen Produktgruppen eingesetzt. Aloe-vera-Gel ist der stabilisierte, oft konzentrierte Schleim der Aloe-vera-Blätter. Er wird durch Auspressen oder durch Extraktion (meist heiß-wässrig) von Aloe-vera-Blättern gewonnen, deren äußere, hydroxyanthracenhaltige Randbereiche vorher entfernt wurden. Oder es werden die ganzen Aloe-vera-Blätter ausgepresst und die Hydroxyanthracen-Derivate nachträglich durch Filtration entfernt. Der Schleim enthält komplexe Polysacharide.

In der Volksheilkunde werden auch aufgeschnittene Aloe-Blätter mit der Innenseite auf erkrankte Haut z.B. bei Sonnenbrand aufgelegt.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht eine medizinische oder pharmazeutische Beratung. Sie dienen nicht der Selbstmedikation. Anwendungsgebiete, Wirkungen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind hier nicht vollständig beschrieben. Für die geeignete Anwendung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei pflanzlichen Arzneimitteln lesen Sie die Packungsbeilage.

Curaçao-Aloe im Arzneibuch: Aloe barbadensis

Curaçao-Aloe (Aloe barbadensis) nach der Monographie im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) ist der Saft der Blätter von Aloe barbadensis*, zur Trockne eingedickt, mit einem bestimmten Mindestgehalt an Hydroxyanthracen-Derivaten, berechnet als Aloin (Barbaloin). Aussehehen: Curaçao-Aloe ist eine tiefbraune Masse mit muscheligen Bruchflächen oder ein braunes Pulver. Die Masse glänzt schwach oder ist undurchsichtig.

Eingestellter Aloetrockenextrakt (Aloes extractum siccum normatum) nach dem Europäischen Arzneibuch wird aus Curaçao-Aloe (Aloe barbadensis*) und/oder Kap-Aloe (Aloe capensis*) hergestellt. Er ist eingestellt auf einen bestimmten Gehalt an Hydroxyanthracen-Derivaten, berechnet als Aloin (Barbaloin). Aussehen: Eingestellter Aloetrockenextrakt in ein braunes oder gelblich braunes Pulver.

*botanische Schreibweise: Aloe barbadensis Millerm, Aloe ferox Miller

Inhaltsstoffe von Aloe vera

Anthracenderivate

  • Aloin A
  • Aloin B
  • 7-Hydroxyaloin A (fehlt in Kap-Aloe)
  • 7-Hydroxyaloin B (fehlt in Kap-Aloe)

5-Methylchromonglykosid-Derivate

  • Aloeresin B (Aloesin)

Historische Grafik von Aloe vera

Aloe vera, Aloe barbadensis, historische Grafik

Quellen

  1. Blaschek, W. (2016). Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH.
  2. Europäisches Arzneibuch (Ph.Eur.) 10. Ausgabe (Grundwerk 2020), Amtliche deutsche Ausgabe. Deutscher Apotheker Verlag.
  3. European Medicines Agency (EMA), Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) (22.11.2016): EMA/HMPC/625788/2015. European Union herbal monograph on Aloe barbadensis Mill. and on Aloe (various species, mainly Aloe ferox Mill. and its hybrids), folii succus siccatus. Abgerufen 11/2019 von https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/aloes-folii-succus-siccatus.
  4. Hiller, K., & Melzig, M. F. (2010). Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag
  5. Teuscher, E., Melzig, M. F., & Lindequist, U. (2012). Biogene Arzneimittel. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
  6. van Wyk, B.-E., & Wink, M. (2017): Medicinal Plants of the World. Pretoria (Südafrika): Briza Publications.
Ähnliche Pflanzen