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Japanischer Pagodenbaum

Der Japanische Pagodenbaum oder Schnurbaum ist eine Heilpflanze der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Botanische Namen sind Styphnolobium japonicum oder synonym Sophora japonica.

 

Die Blütenknospen und Blüten des Japanischen Pagodenbaums enthalten viel Rutin (Rutosid). Sie wurden als Monographien in das Europäische Arzneibuch aufgenommen.

 

Der Japanische Pagodenbaum stammt aus China und Korea. In Europa wird er seit dem 18. Jahrhundert in botanischen Gärten, Parks und Alleen gepflanzt. Er fällt auf durch seine spät im Sommer blühenden, üppigen Blütenstände. Markant sind auch die hängenden Hülsenfrüchte, die zwischen den Samen wie Perlenschnüre eingeschnürt sind.

Japanischer Pagodenbaum (Styphnolobium japonicum, Sophora japonica)

Japanischer Pagodenbaum
Japanischer Pagodenbaum

Der Japanische Pagodenbaum (Japanische Schnurbaum) stammt aus China und Korea. In vielen Ländern wird er als Zierbaum kultiviert. In Europa wird er in Parks, an Straßen und auf Plätzen gepflanzt. Er kann bis zu 25 m hoch und über 250 Jahre alt werden.

 

Die Blätter des Japanischen Pagodenbaums sind unpaarig gefiedert, wechselständig und bis zu 25 cm lang. Sie bestehen aus bis zu 17 Fiederblättchen. Die einzelnen Blättchen sind elliptisch geformt mit glattem Rand und glänzend dunkelgrüner Oberseite. Auf der Unterseite sind die Blättchen bläulich und leicht behaart.

 

Im Alter von 15 bis 30 Jahren blüht ein Japanischer Pagodenbaum zum ersten Mal. Die weißlichen Blüten stehen auffällig in lockeren, pyramidenförmigen Blütenständen am Ende der Triebe. Blütezeit ist in Deutschland von August bis September – also spät für einen Baum hierzulande.

 

Der Japanische Pagodenbaum gehört zur Familie der Hülsenfruchtgewächse (Fabaceae). Seine auffälligen, hängenden Früchte sind bis zu 8 cm (bis zu 12 cm) lang und zwischen den Samen wie eine Perlenschnur tief eingeschnürt. Sie reifen im September bis Oktober. Die Früchte sind giftig.

Japanischer Pagodenbaum: Namen

  • Botanische Namen: Sophora japonica L., synonym Styphnolobium japonicum (L.) Schott (von japonicus = japanisch)
  • Volkstümliche Namen: Schnurbaum, Japanischer Schnurbaum, Pagodenbaum, Japanischer Pagodenbaum, Perlschnurbaum, Honigbaum, Chinesische Gelbbeere
  • Englisch: Pagoda tree, Scholar tree
  • Französisch: Sophora du Japon
  • Chinesisch (Pinyin): Huaihua, Huai hua

 

Die Bezeichnung „japanisch“ ist irreführend: Zwar wurden die ersten europäischen Exemplare in der Mitte des 18. Jahrhunderts aus Samen gezogen, die aus Japan stammten. Doch auch dort war der „Japanische“ Pagodenbaum nur eingeführt.

 

Der Name Schnurbaum weist auf die perlenschnurartige Form der Früchte.

Japanischer Pagodenbaum: Monographien

Japanischer-Pagodenbaum-Blüten (Sophorae japonicae flos) nach dem Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur. 7) sind

  • die geöffneten Blüten von Styphnolobium japonicum (L.) Schott,
  • getrocknet,
  • mit bestimmten Mindestgehalten an Gesamt-Flavonoiden, berechnet als Rutosid, und an Rutosid.

Japanischer-Pagodenbaum-Blütenknospen (Sophorae japonicae flos immaturus) nach dem Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur. 7) sind

  • die ganzen Blütenknospen von Styphnolobium japonicum (L.) Schott,
  • getrocknet,
  • mit bestimmten Mindestgehalten an Gesamt-Flavonoiden, berechnet als Rutosid, und an Rutosid.

Japanischer Pagodenbaum: Wirkung

Für Rutin, den Hauptbestandteil der Pagodenbaumblüten und –knospen, wurden experimentell verschiedene Effekte gezeigt: antioxidative, gefäßabdichtende, ödemprotektive und viele weitere Wirkungen. Rutin hemmt die Enzyme Lipoxygenase und Cyclooxygenase.

 

Die Bioverfügbarkeit bei Einnahme von Rutin ist gering. Das heißt, dass nur wenig Rutin unverändert im Blutkreislauf und damit in den verschiedenen Geweben und Organen ankommt. Diese geringe Bioverfügbarkeit ist typisch für Flavonoidglykoside. Ohne klinische Studien kann von den experimentellen Ergebnissen nicht direkt auf eine Wirkung bei therapeutischer Anwendung beim Menschen geschlossen werden.

 

Hinweis: Die Informationen zu Anwendung, Wirkungen, Nebenwirkungen, Gegenanzeigen (Kontraindikationen) und Anwendungsbeschränkungen sind auf dieser Website nicht vollständig, oder sie fehlen ganz. Die Informationen dienen NICHT der Selbstmedikation, und sie ersetzen keine medizinische oder pharmazeutische Beratung. Für die geeignete Anwendung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei pflanzlichen Arzneimitteln lesen Sie außerdem die Packungsbeilage.

Japanischer Pagodenbaum in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

In der Traditionellen Chinesischen Medizin gehören Pagodenbaumblüten und -knospen zur Gruppe der Xue kühlenden und blutstillenden Mittel.

 

TCM-Merkmale der Blütenknospen und Blüten:

  • Temperaturverhalten: leicht kühlend
  • Geschmacksrichtung: bitter
  • Meridianbezug: Lebermeridian, Dickdarmmeridian

Japanischer Pagodenbaum: Inhaltsstoffe

Die Blütenknospen und Blüten des Japanischen Pagodenbaums enthalten Flavonoide. Besonders hoch ist der Rutin-Gehalt mit bis zu 30 %. (Zur Wirkung von Rutin.)

 

Rutin (= Rutosid) ist ein Quercetin-3-rhamnoglucosid (Quercetin-3-(6α-L-rhamnopyranosyl)-β-D-glucopyranosid).

Quellen

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