Tollkirsche

Tollkirsche: Giftpflanze Belladonna

Tollkirsche (Atropa bella-donna)

Synonyme/einheimische Namen: Echte Tollkirsche, Gemeine Tollkirsche

Belladonna ist eine Giftpflanze.

Die Tollkirsche gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).

Wofür werden Belladonnablätter verwendet?

Die in Belladonnablättern vorhandenen Tropanalkaloide sind sehr toxisch. Arzneimittel mit Belladonnablättern (Belladonnae folium) oder ihren Zubereitungen sind in Deutschland rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig). Von der Rezeptpflicht ausgenommen sind Zubereitungen zum äußeren Gebrauch und bestimmte homöopathische Zubereitungen.

Belladonnablätter wirken krampflösend an der glatten Muskulatur (spasmolytisch). Sie werden daher bei Bauchkrämpfen und bei Schmerzen im Bereich der Gallenwege eingesetzt. Auch an der Harnblase und den Bronchiolen wirken Belladonnablätter spasmolytisch. Isoliertes Atropin wird in Augentropfen verwendet, um die Pupille zu erweitern.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht eine medizinische oder pharmazeutische Beratung. Sie dienen nicht der Selbstmedikation. Anwendungsgebiete, Wirkungen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind hier nicht vollständig beschrieben. Für die geeignete Anwendung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei pflanzlichen Arzneimitteln lesen Sie die Packungsbeilage.

Belladonnablätter im Arzneibuch: Belladonnae folium

Belladonnablätter (Belladonnae folium) nach der Monographie im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) sind die Blätter oder die Blätter mit Zweigspitzen (blühend und gelegentlich Früchte tragend) von Atropa belladonna*, getrocknet, mit einem bestimmten Mindestgehalt an Gesamtalkaloiden (überwiegend Hyoscyamin, wenig Scopolamin), berechnet als Hyoscyamin. Geruch: Belladonnablätter riechen leicht widerlich.

Eingestellte Belladonnatinktur (Belladonnae folii tinctura normata) nach der Monographie im Europäischen Arzneibuch ist die Tinktur aus Belladonnablättern (Belladonnae folium, s.o.), mit einem bestimmten Gehalt an Gesamtalkaloiden (überwiegend Hyoscyamin, wenig Scopolamin), berechnet als Hyoscyamin.

Eingestellter Belladonnablättertrockenextrakt (Belladonnae folii extractum siccum normatum) nach der Monographie im Europäischen Arzneibuch ist der Trockenextrakt aus Belladonnablättern (Belladonnae folium, s.o.), eingestellt auf einen bestimmten Gehalt an Gesamtalkaloiden, berechnet als Hyoscyamin. Aussehen: Eingestellter Belladonnablättertrockenextrakt ist ein hygroskopisches (= Wasser anziehendes) Pulver von brauner bis grünlicher Farbe.

Eingestelltes Belladonnapulver (Belladonnae pulvis normatus) nach dem Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) sind pulverisierte Belladonnablätter, ggf. eingestellt, mit einem bestimmten Gehalt an Gesamtalkaloiden, berechnet als Hyoscyamin. Geruch: Eingestelltes Belladonnapulver riecht leicht widerlich.

* botanische Schreibweise: Atropa belladonna L.

Historische Grafiken der Tollkirsche

Tollkirsche, Atropa bella-donna, historische Grafik

Tollkirsche, Atropa bella-donna, historische Grafik

Tollkirsche, Atropa bella-donna, historische Grafik

Quellen

  1. Ammon, H.P.T. & Schubert-Zsilavecz, M (2014). Hunnius – Pharmazeutisches Wörterbuch. Berlin/Boston: Walter de Gruyter GmbH.
  2. Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz sowie Bundesamt für Justiz (2019). Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV) Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5) Stoffe und Zubereitungen nach § 1 Nr. 1. Abgerufen 2021-01 von https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html.
  3. Europäisches Arzneibuch (Ph.Eur.) 10. Ausgabe (Grundwerk 2020), Amtliche deutsche Ausgabe. Deutscher Apotheker Verlag.
  4. Melzig M.F., Hiller K. (2023). Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. Berlin: Springer Spektrum.
  5. van Wyk, B.-E., & Wink, M. (2017): Medicinal Plants of the World. Pretoria (Südafrika): Briza Publications.