Schlafmohn

Schlafmohn: Morphinhaltiger Milchsaft Opium

Schlafmohn (Papaver somniferum)

In Deutschland ist für den Anbau von Schlafmohn, Papaver somniferum, eine betäubungsmittelrechtliche Erlaubnis nach § 3 BtMG erforderlich, die bei der Bundesopiumstelle beantragt werden muss. Das gilt sowohl für die gewerbliche wie auch für die private Nutzung, etwa im Garten, und ist unabhängig von der Zahl der Pflanzen. Nur morphinarme Sorten dürfen angebaut werden. Zu den morphinarmen Sorten zählen die Sommermohnsorten „Mieszko“ und „Viola“ und die Wintermohnsorte „Zeno Morphex“ mit einem Morphingehalt von jeweils unter 0,02 %.

Schlafmohn gehört zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).

Wofür wird Schlafmohn verwendet?

Der Verkehr, also auch die Verschreibung und Abgabe auf Verschreibung, sowohl von Opium und seinen Zubereitungen wie auch von Papaver somniferum sind durch das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) geregelt. Davon ausgenommen sind die Samen von Papaver somniferum.

Zubereitungen aus Opium wie die Opiumtinktur werden verwendet, um den Darm bei starkem Durchfall ruhigzustellen. Opiumzubereitungen sind auch schmerzstillend und hustenreizstillend. Doch hierfür werden eher Fertigarzneimittel verordnet, die Einzelsubstanzen enthalten.

Mohnsamen sind die Samen aus den reifen Kapseln des Schlafmohns. Mohnsamen enthalten 40 bis 55 % fettes Öl und nur Spuren von Alkaloiden, womit ein möglicher Missbrauch ausgeschlossen ist. Mohnsamen werden vor allem in bzw. auf Backwaren verwendet oder zur Gewinnung von Mohnöl. Mohnöl kann als Speiseöl und zu technischen Zwecken verwendet werden.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht eine medizinische oder pharmazeutische Beratung. Sie dienen nicht der Selbstmedikation. Anwendungsgebiete, Wirkungen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind hier nicht vollständig beschrieben. Für die geeignete Anwendung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei pflanzlichen Arzneimitteln lesen Sie die Packungsbeilage.

Opium im Arzneibuch: Opium crudum

Opium ist der Milchsaft von Papaver somniferum*, gewonnen aus eingeschnittenen, unreifen Früchten und an der Luft getrocknet, mit einem Mindestgehalt von 10 % Morphin und 2 % Codein. Aussehen: Opium besteht aus verschieden großen, schwarzbraunen, glänzenden Stücken, die mehr oder weniger weich sind und beim Trocknen hart und spröde werden.

Opium darf nur als Ausgangsmaterial genutzt werden, um andere Darreichungsformen herzustellen. Opium darf nicht als solches abgegeben werden.

* botanische Schreibweise: Papaver somniferum L.

Quellen

  1. Europäisches Arzneibuch (Ph.Eur.) 10. Ausgabe (Grundwerk 2020), Amtliche deutsche Ausgabe. Deutscher Apotheker Verlag.
  2. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Bfarm (2023). Bayern ist Spitzenreiter bei Anbau von Schlafmohn. Pressemitteilung Nummer 2/23 vom 22.05.2023. Abgerufen 09-2026 von https://www.bfarm.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2023/pm02-2023.html
  3. Melzig M.F., Hiller K. (2023). Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. Berlin: Springer Spektrum.
  4. van Wyk, B.-E., & Wink, M. (2017): Medicinal Plants of the World. Pretoria (Südafrika): Briza Publications.