Sie sind hier:  Startseite  >  Heilpflanzen  >  Gardenie

A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z


Gardenie

Gardenie (Gardenia jasminoides)

 

Gardenie gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).


Monographie "Gardenienfrüchte" (Gardeniae fructus)

Gardenienfrüchte (Gardeniae fructus) nach dem Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur. 10) sind

  • die reifen Früchte von Gardenia jasminoides*,
  • ohne Stiel,
  • mit Wasserdampf oder mit kochendem Wasser behandelt, anschließend getrocknet,
  • ganz oder zerkleinert,
  • mit einem bestimmten Mindestgehalt an Geniposid.

*botanische Schreibweise: Gardenia jasminoides J.Ellis

Gardenienfrüchte werden vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwendet.


Gardenienfrüchte in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM): Zhizi, 栀子

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehören Gardenienfrüchte zur Gruppe Hitze klärenden und Feuer ausleitenden Arzneimittel. Der chinesische Name (Pinyin) von Gardenienfrüchte lautet Zhizi.

Aussprache von Zhizi (zhī zǐ):

TCM-Merkmale von Zhizi

  • Temperaturverhalten: kalt
  • Geschmacksrichtung: bitter
  • Funktionskreisbezug: Funktionskreise Herz (orbis cardialis), Lunge (orbis pulmonalis), Magen (orbis stomachi) und Drei-Wärmebereiche (orbis tricalorii).

TCM-Wirkungen von Zhizi

  • leitet Feuer (ardor) ab und beseitigt Unruhe,
  • beseitigt Hitze (calor) und Feuchtigkeit,
  • kühlt das xue und desinfiziert.

TCM-Anwendungsgebiete von Zhizi

 

Rezepturen mit Zhizi werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin unter anderem bei folgenden Krankheiten und Beschwerden eingesetzt: Unruhe und Gereiztheit, Gelbsucht, blutiger Harn und brennende Schmerzen beim Wasserlassen, Blutungen aus Mund und Nase, Fieber, Furunkel und Karbunkel sowie gerötete, geschwollene und schmerzende Augen. Äußerlich wird Zhizi bei schmerzhaften Prellungen und Verstauchungen angewendet.


Gardenienfrüchte in der Japanischen Kampo-Medizin: sanshishi

In der Japanischen Kampo-Medizin lautet der Name für Gardenienfrüchte sanshishi.

Die Anwendungsgebiete von sanshishi in der Kampo-Medizin umfassen Fieber mit Unruhe, erschwertes und/oder schmerzhaftes Wasserlassen, Entzündungen im Mund-Gesichtsbereich, Blutungen, klimakterische Hitzewallungen und Gelbsucht.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht eine medizinische oder pharmazeutische Beratung. Sie dienen nicht der Selbstmedikation. Anwendungsgebiete, Wirkungen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind hier nicht vollständig beschrieben. Für die geeignete Anwendung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei pflanzlichen Arzneimitteln lesen Sie die Packungsbeilage.


Quellen

  • Chinese Pharmacopoeia Commission, Institute of Medicinal Plant Development, Chinese Acadamy of Sciences. (2010). A Colored Identification Atlas of Chinese Materia Medica and Plants as specified in the Pharmacopoeia of the People's Republic of China, Volume I + II. Peking (China): People's Medical Publishing House.
  • Eberhard, U. (2003). Leitfaden Kampo-Medizin - Japanische Phytotherapie. München: Elsevier GmbH.
  • Europäisches Arzneibuch (Ph.Eur.) 10. Ausgabe (Grundwerk 2020), Amtliche deutsche Ausgabe. Deutscher Apotheker Verlag.
  • Leon, C. & Yu-Lin, L (2017). Chinese medicinal plants, herbal drugs and substitutes, an identification guide. Kew (Großbritannien): Kew Publishing, Royal Botanic Gardens.
  • Martin, J. & Stöger, E. (2008). Praxisleitfaden TCM-Drogen. Stuttgart: Wissenschaftlich Verlagsgesellschaft.
  • Stöger, E. A. (2019): Arzneibuch der Chinesischen Medizin. Monographien des Arzneibuches  der Volksrepublik China 2005, 2010 und 2015. Gesamtwerk mit 17. Aktualisierungslieferung 2019. Stuttgart: Deutscher Apotheker Verlag.
  • Yi, Z., Zhao, F. F., & Kummer, D. G. (2014). Chinesische Heilpflanzen. Kulmbach: ML Verlag.

Letzte Akualisierung: 09.08.2021