Rosmarin

Rosmarin: Vielseitige Heilpflanze mit ätherischem Öl

Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Rosmarin gehört zur Familie der Lippenblütengewächse (Lippenblütler, Lamiaceae).

Wofür wird Rosmarin verwendet?

Anwendungsgebiete von Rosmarinblättern und Rosmarinöl sind nach HMPC

  • Behandlung der Symptome von Dyspepsie und leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden (innerliche Anwendung),
  • Linderung von leichten Muskelschmerzen oder Gelenkschmerzen (äußerliche Anwendung),
  • Linderung bei leichten peripheren Durchblutungsstörungen (äußerliche Anwendung).

Für die Magen-Darm-Beschwerden können Rosmarinblätter als Tee getrunken werden.

Für die Schmerzen und Durchblutungsstörungen können Rosmarinblätter als Badezusatz oder Rosmarinöl in einer Salbe oder Creme angewendet werden.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht eine medizinische oder pharmazeutische Beratung. Sie dienen nicht der Selbstmedikation. Anwendungsgebiete, Wirkungen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind hier nicht vollständig beschrieben. Für die geeignete Anwendung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei pflanzlichen Arzneimitteln lesen Sie die Packungsbeilage.

Badezusatz aus Rosmarinblättern zubereiten

50 g Rosmarinblätter mit 1 l kaltem Wasser aufgießen, zum Kochen bringen, 15 bis 30 Minuten Köcheln lassen, abgießen, in das Badewasser geben.

Alternativ können die Rosmarinblätter auch direkt in das Badewasser gegeben werden.

Anwendung 2 bis 3 mal pro Woche, bei Bedarf täglich.

Tee aus Rosmarinblättern zubereiten

1 bis 2 g Rosmarinblätter mit 150 bis 250 ml ml kochendem Wasser aufgießen, nach 5 bis 15 Minuten abgießen. Diesen Tee 2 bis 3 mal täglich trinken. Tägliche Dosis: 2 bis 6 g

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht eine medizinische oder pharmazeutische Beratung. Sie dienen nicht der Selbstmedikation. Anwendungsgebiete, Wirkungen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind hier nicht vollständig beschrieben. Für die geeignete Anwendung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei pflanzlichen Arzneimitteln lesen Sie die Packungsbeilage.

Inhaltsstoffe von Rosmarinblättern

Inhaltsstoffe des ätherischen Öls von Rosmarin sind vor allem

  • 1,8-Cineol (Eucalyptol),
  • Campher,

außerdem unter anderem

  • α-Pinen,
  • Borneol
  • Camphen.

Die Anteile schwanken abhängig von der Herkunft des ätherischen Öls. Deswegen wird im Arzneibuch unterschieden zwischen Rosmarinöl marokkanischer bzw. tunesischer Herkunft (hoher Cineol-Anteil) und spanischer Herkunft (ähnliche Anteile an Cineol und Campher).

Rosmarinblätter enthalten unter anderem auch

  • bitterere Diterpenphenole (u.a. Carnosolsäure),
  • Lamiaceengerbstoffe (unter anderem Rosmarisäure)
  • Flavone
  • Flavonglycoside
  • Triterpene (u.a Oleanolsäure- und Ursolsäure-Derivate).

 

Rosmarinblätter im Arzneibuch: Rosmarini folium

Rosmarinblätter (Rosmarini folium) nach der Monographie im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) sind die ganzen Blätter von Rosmarinus officinalis*, getrocknet, mit bestimmten Mindestgehalten an ätherischem Öl und an Hydroxyzimtsäure-Derivaten, berechnet als Rosmarinsäure. Geruch: Rosmarinblätter riechen stark aromatisch.

Rosmarinöl (Rosmarini aetheroleum) nach dem Europäischen Arzneibuch ist das ätherische Öl aus den blühenden oberirdischen Teilen von Rosmarinus officinalis* (Synonym: Salvia rosmarinus*), durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Aussehen: Rosmarinöl ist eine klare, leicht bewegliche Flüssigkeit. Das ätherische Öl ist farblos oder blassgelb. Geruch: Rosmarinöl riecht charakteristisch. Die Herkunft (spanisch, marokkanisch oder tunesisch) wird angegeben.

* botanische Schreibweise: Rosmarinus officinalis L. (Synonym: Salvia rosmarinus Spenn.)

Historische Grafik von Rosmarin

Rosmarin, Rosmarinus officinalis, historische Grafik

Quellen

  1. Blaschek, W. (2016). Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH.
  2. Europäisches Arzneibuch (Ph. Eur.) 11. Ausgabe (Grundwerk 2023), Amtliche deutsche Ausgabe. Deutscher Apotheker Verlag.
  3. European Medicines Agency (EMA), Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) (29.05.2024): EMA/HMPC/513893/2021. European Union herbal monograph on Rosmarinus officinalis L., aetheroleum Final – Revision 1. Abgerufen 07/2026 von https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/rosmarini-aetheroleum.
  4. European Medicines Agency (EMA), Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) (29.05.2024): EMA/HMPC/513940/2021. European Union herbal monograph on Rosmarinus officinalis L., folium Final – Revision 1. Abgerufen 08/2026 von https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/rosmarini-folium.
  5. Hiller, K., & Melzig, M. F. (2010). Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.
  6. Teuscher, E., Melzig, M. F., & Lindequist, U. (2012). Biogene Arzneimittel. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
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